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  Der Faden nach oben…

 
  Es war ein schöner Frühlingstag. Alle großen und kleinen Geschöpfe freuten sich ihres Lebens. Auch die Spinne. Sie krabbelte lustig auf dem hohen Ast eines Birnbaums herum. Plötzlich hielt sie an und begann sich an einem langen hauchdünnen Faden herabzulassen. Er war klebrig und hielt die Spinne beim Hinuntergleiten fest. Auf halber Höhe, zwischen kleinen Zweigen des Birnbaumes, fand die Spinne eine günstige Stelle. Dort baute sie ihr Netz. Sie lief hin und her und arbeitete lange. Endlich war das Netz so, wie sie es haben wollte. Es war ein prächtiges Netz geworden, eng und fest gesponnen, getragen und gehalten durch den Faden von oben.
Die Spinne setzte sich in die Mitte des Netzes und wartete. Sie hatte Hunger. Das Netz hielt, was es versprach. Täglich verfingen sich kleine Käfer, Falter und Fliegen im Spinnennetz, so dass es genug Nahrung für die kleine Spinne gab. So ging es den ganzen Sommer hindurch. Die Spinne hatte ein gutes Leben und machte reichlich Beute.
Eines Tages im Herbst aber geschah es. Die Spinne prüfte wieder einmal, ob ihr Netz noch in Ordnung war oder ob es irgendwo geflickt werden musste. Dabei fand sie am äußersten Ende des Netzes einen seltsamen Faden, der von oben kam. „Komisch!“ dachte die Spinne. „Dieser Faden führt zu keinem Blatt und zu keinem Zweig. Er hängt im Leeren. Er ist unnütz und stört.
Und so riss die Spinne mit einem einzigen Biss den Faden nach oben durch.
Was geschehen musste, geschah. Im selben Augenblick riss das Netz ab und flog in die Tiefe.

 
  Auch wir Menschen haben einen „Faden nach oben“. Das ist unsere Verbindung zu Gott, der uns trägt und hält. Wenn wir das ganze Jahr hindurch schaffen, lernen und arbeiten, so geht da einer mit uns, er trägt und beschützt uns. Durch unser Gebet, den Gottesdienst und den gelebten Glauben bleiben wir in Verbindung mit Gott. Es gilt, immer wieder einmal DANKE zu sagen, dass er uns im Leben begleitet, dass er für uns da ist, dass es uns gut geht, dass wir Familie und Freunde haben.

 
  In den kommenden Tagen feiern wir wieder Erntedank. Das ist doch eine gute Gelegenheit, um für den „Faden nach oben“ DANKE zu sagen und ihn nicht abreißen zu lassen…