Es ist schon etwas Einzigartiges, wenn eine kleine Feuerwehr ein neues Fahrzeug bekommt, sowie es am vergangenen Samstag in Hetzenbach der Fall war. Nachdem das neue Einsatzfahrzeug mit Gerätewagen-Aufbau (GW-TS) bereits im Februar 2025 in Dienst gestellt wurde, erhielt die Neuanschaffung nun den offiziellen kirchlichen Segen im Rahmen der feierlichen Fahrzeugsegnung.
Die Verantwortlichen der Feuerwehr Hetzenbach hatten vor dem Festakt, einige umfangreiche Vorbereitungen getroffen um einen würdigen Rahmen zu schaffen. Zum Festzelt, Ausschank, Weizenwagen, Bar und Hüpfburg zeigte auch das Wetter Erbarmen und schickte nach Dauerregen doch die Sonne mit warmen Temperaturen, obwohl der teils kräftige Wind, die Fahnenträger immer wieder vor Herausforderungen stellte. Zahlreiche Feuerwehren, örtliche Vereine sowie viele Ehrengäste beteiligten sich an dem festlichen Kirchenzug durch Hetzenbach, an deren Spitze der Vorsitzende Manuel Schweiger sowie der erste Kommandant Michael Schrödl ging. Begleitet wurde der Umzug musikalisch vom „Lexengangerl Trio“, die auch die anschließende Segnung mitgestalteten.
Unter den Gästen befanden sich die Bürgermeister Thomas Schwarzfischer (Zell) und Barbara Haimerl (Wald), Landtagsabgeordneter Julian Preidl sowie Vertreter der Feuerwehrführung mit Kreisbrandmeister Michael Klinger, Kreisbrandinspektor Norbert Mezei und Inspektionsjugendwart Alexander Eichinger sowie die Gemeinderäte. Am Vorplatz vor dem Gerätehaus, würdigte Dekan Ralf Heidenreich den Dienst der Feuerwehrangehörigen, die sich zum Wohl ihrer Mitmenschen oft selbst in Gefahr begeben. Gleichzeitig erinnerte er an die verstorbenen Mitglieder, die die Heimatwehr über Jahrzehnte geprägt und aufgebaut haben. Ihr Wirken bilde die Grundlage für die heutige Arbeit der Floriansjünger. Dekan Heidenreich stellte zudem die christlichen Werte der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft in den Mittelpunkt. Diese Werte würden besonders in Hilfsorganisationen wie der Feuerwehr sichtbar. „Christus der Herr, hat uns diese Hingabe für den Nächsten vorgelebt. Er selbst hat sich denen an die Seite gestellt, die am Rande der Gesellschaft standen. Die Hilfsbereitschaft ist eine Frucht der Liebe und gerade in einer Zeit, in der Egoismus zunehmend Raum gewinne, sei es wichtig, füreinander einzustehen und Menschen in Not beizustehen“, sagte der Dekan. Nach dem Totengedenken wurde am Gedenkstein eine Blumenschale niedergelegt. Im Anschluss segnete der Geistliche schließlich das neue Einsatzfahrzeug.

Der erste Kommandant Michael Schrödl begrüßte nach dem kirchlichen Teil, die Ehrengäste und blickte auf die Beschaffung des neuen Fahrzeugs zurück. Das bisherige Auto hatte nach 36 Dienstjahren ausgedient. Gemeinsam mit der Feuerwehrführung des Landkreises sei intensiv über die zukünftige Ausrichtung der Wehr beraten worden. Im Jahr 2024 wurde schließlich eine Vorführung eines entsprechenden Fahrzeugs organisiert und im Dezember 2024 erfolgte die Vertragsunterzeichnung. Bereits im Februar 2025 stand dann der GW-TS in Hetzenbach parat. Besonders hob Schrödl die flexible Bauweise mit abnehmbarem Aufbau hervor, die die Einsatzmöglichkeiten der Wehr erheblich erweitere, denn so ist die Feuerwehr Hetzenbach mittlerweile auch Teil der Vegetationsbrandbekämpfung im Landkreis geworden. Sein Dank galt den Gemeinden Wald und Zell, dem Landkreis, der Firma SG Einsatztechnik aus Eschlkam sowie allen die das Projekt unterstützt hatten. „Wir feiern heute nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern auch Gemeinschaft und Zusammenhalt“ schloss Michael Schrödl seine Rede.

Bürgermeisterin Barbara Haimerl betonte die Bedeutung der Investition und dankte den Gemeinderäten für ihre Unterstützung. Sie wünschte viel Erfolg und hoffe, dass das Fahrzeug mit den Männern und Frauen stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehre. Bürgermeister Thomas Schwarzfischer lobte die gute Zusammenarbeit innerhalb der Feuerwehren und auch mit den Kommunen. „Die Wünsche und Anforderungen der Feuerwehren an die Gemeinden seien sinnvoll und würden ernst genommen“, betonte er. Mit Blick auf die Fahrzeugbeschaffung hob er hervor, dass man bewusst auf regionale Kompetenz gesetzt habe. Das neue Fahrzeug auf Pickup-Basis mit Allradantrieb, Seilwinde und flexiblem Aufbau sei besonders für Einsätze in schwierigem Gelände geeignet und könne zudem mit einem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden. Danach übergaben Bürgermeister Thomas Schwarzfischer und Bürgermeisterin Barbara Haimerl symbolisch den Fahrzeugschlüssel an den ersten Kommandanten Michael Schrödl und zweiten Kommandanten Matthias Schweiger. Beide wünschten der Wehr allzeit sichere Fahrt.
Kreisbrandinspektor Norbert Mezei gratulierte zum neuen Auto und hob die Flexibilität hervor, die sich bereits bei Einsätzen wie dem Waldbrand in Neubäu bewährt habe. Stellvertretend für den verhinderten Kreisbrandrat Mike Stahl überreichte er eine Christophorus-Plakette zum Schutz – ganz im Sinne: „Fahrt´s langsam, es pressiert.“

Auch Landtagsabgeordneter Julian Preidl zeigte sich beeindruckt vom Zusammenhalt, dem Ausbildungsstand der Feuerwehr und der engagierten Jugendarbeit. Das neue Fahrzeug sei in seiner Ausführung bayernweit einzigartig und ein Beispiel für zukunftsorientierte Beschaffung. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass moderne Technik allein kein Feuer löscht, sondern vor allem die Menschen dahinter den Unterschied machten. Gemeinsam mit den Grüßen von Landrat Christian Schindler überreichte er einen Rosenkranz. Nach dem offiziellen Teil formierte sich der Festzug erneut und wurde nun vom gesegneten neuen GW-TS, mit Dekan Ralf Heidenreich am Steuer, angeführt. Natürlich durfte das mehrmalige Austesten der Sirene und Blaulicht des Fahrers dabei nicht fehlen. Im Festzelt konnten sich die Besucher bei Spezialitäten vom Grill oder einem Bratengericht sowie Erfrischungen vom Ausschank bedienen. Das „Lexengangerl Trio“ sorgte obendrauf für gute Stimmung. Der Weizenwagen bot zudem eine weitere Getränke-Auswahl an, während die Hüpfburg von den Kindern in Beschlag genommen wurde. Viele Gäste nutzten zudem die Gelegenheit, das neue Einsatzfahrzeug aus nächster Nähe zu besichtigen, das beim Zeltplatz geparkt war.